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Caché

Originaltitel: Hidden
Kinostart: 26.01.2006
FSK: 0
Genre:
Tags:

Ein Film gegen das Vergessen

Die Geschichte von Caché ist schnell erzählt: Eigentlich lebt das französische Paar Georges (Daniel Auteuil), ein prominenter TV-Literaturkritiker, und seine Frau (Juliette Binoche) in satter Selbstgenügsamkeit und beruhigendem Wohlstand. Doch diese bürgerliche Idylle wird jäh unterbrochen, als die beiden Videos eines Unbekannten zugeschickt bekommen, der sie verfolgt und beobachtet. Und um den Schrecken noch zu erhöhen, sind den Bändern Bilder beigefügt, Kinderzeichnungen mit blutigen Schreckensmotiven, die an Gruseligkeit kaum zu übertreffen sind. Schnell merken die beiden, dass sie von der Polizei keine Hilfe erwarten können. Nach außen hin gibt Georges sich ahnungslos, was die unheimlichen Botschaften zu bedeuten haben, doch instinktiv spürt er, dass der Grund für den gnadenlosen Terror in seiner Vergangenheit liegen muss. Die Spur führt zurück zur blutigen Auseinandersetzung der einstigen Kolonialmacht Frankreich mit Algerien. Stück für Stück bricht nun das Familienidyll unter der Last der Vergangenheit zusammen.

Auch wenn Michael Haneke darum bittet, das Ende der Geschichte nicht zu verraten, um die Spannung zu erhalten – sein Film ist definitiv kein Thriller, sondern er benutzt die Schablonen und Formeln dieses Genres, um seine typischen zentralen Themen auszubreiten. Dies alles geschieht wie stets bei Haneke mit der präzisen und eiskalten Logik eines Mathematikers, die kein Erbarmen kennt mit dem Schicksal ihrer Figuren. Sie sind Bestandteil einer Versuchsanordnung, bei der es nicht um sie selbst geht, sondern um eine dahinter liegende Wahrheit, die es mit aller Macht zu verteidigen gilt, um humanistische Werte, um Menschlichkeit, die laut Hanekes schonungslosen Gesellschaftsanalysen Gefahr läuft, aus dem Fokus des Interesses zu geraten. Doch weil es auf die drängenden Fragen keine „richtigen“ Antworten geben kann, bietet auch Haneke keine an, sondern stellt bohrende Fragen, die letztlich nur jeder für sich selbst beantworten kann.

Wie Haneke selbst in Statements bekennt, geht es ihm bei seinem Film auch darum, das Vergessen und den allgegenwärtigen Prozess der Verdrängung sichtbar zu machen und anhand eines konkreten Beispiels aufzuzeigen, welche individuellen Auswirkungen das haben kann. In diesem Fall ist es das kaum aufgearbeitete Trauma des Algerienkrieges, doch es könnte ebenso der beiseite geschobene Nationalsozialismus in Deutschland und Österreich sein, den Haneke in seiner Parabel anprangert. Wie sagte eine Journalistin auf der Pressekonferenz in Cannes treffend: „Es macht keinen Spaß, Ihre Filme zu sehen, Herr Haneke. \"Aber ich bin auch diesmal wieder zutiefst berührt.\" Dem bleibt kaum etwas hinzuzufügen.


CAST & CREW

Regie: Michael Haneke
Drehbuch:
Kamera:
Schnitt:
Musik:
Hauptdarsteller: Maurice Benichou, Juliette Binoche, Daniel Auteuil, Annie Giradot

DATEN & FAKTEN

Produktionsland: Frankreich
Productionsjahr: 2005
Länge: 117 (Min.)
Verleih: Prokino
Kinostart: 26.01.2006

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3.6 Sterne aus 206 Bewertungen

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Bisherige Meinungen

Von: wignanek-hp am: 05.11.2015

Der Film ist anders, der Film verstört, weil er den Sehgewohnheiten widerspricht. Mich machten die langen Einstellungen ganz kribbelig, weil ich dachte: Was kommt jetzt!" und dann geht es "normal" weiter. Das sind wir von Filmen nicht gewohnt, in denen es einen ordentlichen Plot gibt und einen mehr oder weniger befriedigenden Schluss. Aber Haneke wäre nicht Haneke, wenn er unsere Sehgewohnheiten bedienen würde. Sein Film zieht die Spannung nicht aus vordergründigen Handlungen. Eigentlich trägt Daniel Auteuil sie ganz alleine mit seinem undurchsichtigen Spiel und er wird im Laufe der Handlung immer unsympathischer. Das Ende, na ja, wenn man es denn mitgekriegt hat, ist sehr, sehr offen. Viel Stoff um drüber nachzudenken und wahrlich kein Film um sich zusammen mit Freunden am Samstagabend zu amüsieren.

Von: fsd am: 12.09.2009

Einer der schlechtesten Filme, die ich je gesehen habe. Einfach nur langweilig..

Von: Marco am: 31.08.2007

Falls es einer nicht entdeckt hat (ich gebe zu, ich musste das Ende zweimal schauen um es zu sehen): In der letzten Szene, mit Blick auf den Ausgang der Schule, sieht man den Sohnemann Pierrot mit Majids Sohn. Sie sprechen dort kurz etwas ab. Vielleicht gibt das einigen, die der Film mehr verwirrt als aufgeklärt hat, einen Hinweis!? Ich finde den Film meisterhaft gestrickt und spannungsreich bis zur letzten Sekunde. Die Einstellungen sind zurecht überlang, bei Haneke sollte man wirklich hinsehen und zuhören um den Hintergrund zu verstehen. An alle die einen Unterhaltungs-Thriller im Stile von Hitchcock o.ä. erwarten - lieber nicht ansehen!

Von: am: 14.08.2006

langweilig, ohne künstlerisch oder sonst irgendwie wertvoll zu sein.

Von: Ralf am: 16.02.2006

Ich denke es wurde schon alles über diesen Film gesagt. Dennoch versuche ich einmal ein Fazit zu ziehen : Es gibt gute Filme, die mit wenigen Mitteln und einer verstörenden Intensität, fernab kommerzieller Hollywood Manier, durch ausdruckstarke Bilder, fesselnden Dialogen, ergreifender Thematik und beeindruckenden Darstellern überzeugen - Cache gehört definitiv nicht dazu!

Von: ggast am: 13.02.2006

Ich fand den Film keineswegs öde. Diese langen Szenen sind Hanekes Handschrift und brillant. Und gerade weil er eben nicht wie jeder Hollywood-Film eine Lösung gibt, regt der Film doch zum Nachdenken an. Caché ist ein großartiger Film, der beste, den ich seit langer Zeit gesehen habe. Unbedingt empfehlenswert!

Von: sonderman am: 13.02.2006

ich fand den film recht langatmig und relativ öde durch die langen einstellungen. ich hab auch den sinn nicht so ganz verstanden, den konnte mir meine partnerin auch nicht erklären, obwohl sie den film gut fand. ich geh glaube ich wieder in hollywood filme oder schau mir nächstes mal die filme von haneke auf arte an, da hat man dann auch die möglichkleit zu zappen.

Von: Holger am: 12.02.2006

Um die Verstrickung in unsere jeweilige Vergangenheit aufzuzeigen bedarf es keinen so langen Langweiler wie Cachè. Politische oder historische Auseinandersetzungen an den Rivsalitäten kleiner Schuljungen festzumachen ist wohl doch ein wenig zu tief in die intellektuelle Mottenkiste gegriffen. Zum Thema selbstkritischer Beschäftigung mit der eigenen Geschichte oder der der des eigenen Volkes usw. gibt es zahlreiche, deutlich tiefgründigere und auch handwerklich und künstlerisch bessere Filme.

Von: Katze+Katze am: 12.02.2006

Die Geschichte des Films kann man durchaus als interssant bezeichnen, jedoch ist es teilweise schon sehr langatmig. Während diese Langatmigkeit hofft man ständig auf das Ende, welches zumindest teilweise Aufklärung für viele Fragen geben wird. Dann ist das Ende da, und ..... nichts. Bei Hollywood-Movies hätte man nun sofort an einen offenen Schluss und damit verbundenen zweiten Teil gedacht, aber wenn ein Film in Cannes prämiert wurde, kann man das wahrscheinlich nicht erwarten ..... Fazit: Ich weiß nicht wie intelligent man sein muß, um diesen Film zu verstehen. Nach den Reaktionen diverser Kinobesucher nach, war ich zum Glück nicht alleine, und mein Ego hat keinen größeren Schaden genommen.

Von: Mickey2 am: 09.02.2006

Ich kann überhaupt nicht nachempfinden, was an dem Film langweilig gewesen bin. Ich ging sehr müde in den Film und war danach hellwach und diskussionsbedürftig. Ich fand, daß jeden Szene gekonnt Überraschungen bot und die Spannung immer stärker wurde. Und genial fand ich die Art, wie der Fil gedreht wurde: lange Einstellungen, fast wie ein Gemälde, das man sich ansieht. Für mich einer der besten Filme, den ich in letzter Zeit gesehen habe (und ich war nicht selten im Kino). Liebe Grüße, Mickey2.

Von: V.M. am: 08.02.2006

Mich hat beeindruckt, wie die unterdrückte Gewalt im Hauptdarsteller sich in dem Selbstmord des anderen so kraftvoll ausgedrückt hat. Man hätte nicht besser das Angestaute ausdrücken können. Symbolisch hat für mich der Selbstmörder schon in der Jugend, beim Töten des Hahns, sich selbst getötet gehabt. Er wurde ja damit animiert, den Hahn zu töten, weil man ihm sagte, dass alle in der Familie genervt von dem Hahn seien. Hat er sich selbst als der Hahn gefühlt? Jedenfalls war ich froh, nicht alleine in dem Film gewesen zu sein, denn danach gab es eine Menge Gesprächsbedarf.

Von: Ralf am: 04.02.2006

Der Film hat alles was man von anspruchsvollem Kino, das weise Kritiker in den höchsten Tönen loben und erklären, erwarten kann - Langeweile pur, gefilmter Alltag eines jeden Durschnittsmenschen böte eine ähnliche Gesprächsgrundlage. Natürlich... ich habe den Film warschinlich nicht verstanden oder bin zu primitiv.

Von: am: 04.02.2006

Hab die letzte Einstellung nicht verstanden. Blöd wenn man ohne Brille ins Koino geht.

Von: hans jörg am: 02.02.2006

ein absolut großartiger film! schaut ihn euch an und unterstützt österreichischen film!!!

Von: wes am: 01.02.2006

Caché ist ein absolutes Meisterwerk und Haneke ein Genie.

Von: @dr.bill am: 31.01.2006

Fest steht mal, dass du die Handlung nicht verstanden hast. Geh halt besser in nen Hollywood-Film!

Von: dr.bill am: 30.01.2006

Bester Film in Cannes 2005? Das hätte eigentlich Warnung genug sein müssen. Die lange Liste von Filmförderungs-Anstalten zu Anfang läßt schon ahnen: selbst die Kritiker haben den Film nicht verstanden - also muss wirklich gut sein. Die spärliche Handlung zieht sich und wird durch das gelegendliche Rückspulen noch unerträglicher. Verzweifelt versucht so mancher, eine halbwegs bequeme Position auf den Programmkinostühlen einzunehmen, während der Versuch auf der Leinwand, eine |"unheimlich-drückende, beklemmend dichte Atmosphäre|" zu erschaffen gänzlich fehlschlägt. Der geplante Spannungsbogen wird zum Spannungs-Peak, Dauer 0,7 sec. Erneut spärliche Handlung, gefühte Dauer: Stunden. Der Abspann kommt dann sowohl lang herbeisehnt wie auch unerwartet. Während die Kinobeleuchtung langsam aufdimmt, vernimmt man aus verschiedenen Ecken |"hähh?|". Wer noch Lust hat, darf anschließend bei einem Glas Rotwein seine Erklärung dazu äußern, warum er den Film eigentlich ganz gut fand.

Von: Cindy am: 27.01.2006

Gehörige Schelte für die Classe Intellectuelle Européenne und ihre nicht zu sättigende Nabelschau: keine Wunder kommt da der Horror auf. Aber die Gescholtenen freuen sich über den Streifen und loben ihn über einen Kamm, glücklich, dass sich überhaupt einer mit ihnen beschäftigt.

Von: am: 26.01.2006

Ganz schön anstrengend aber doch sehr sehenswert.


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